Patrick Wolf - Wind in the Wires
Gestern meine Mutter in der Psychatrie besucht. Schwere Depressionen. Ich erzähle das eigentlich nicht gerne, aber irgendwann muss es halt mal sein. Ich weiß auch nicht wirklich, wie ich darüber denken soll. Auf Grund dieser Krankheit (bipolare Störung; ugs. manisch-depressiv) konnte ich mich auf meine Mutter niemals wirklich verlassen, wurde eigentlich fast nur entäuscht. Und obwohl das als kleiner Junge natürlich noch viel schlimmer zu empfinden ist, kommt es mir so vor, als ob ich erst jetzt, als erwachsener Mensch, allmählich in die Lage komme, diese Situation besser zu realisieren. Manchmal bin ich fast soweit zu sagen, dass ich mit dieser Frau nichts mehr zu tun haben möchte, aber sie ist ja immernoch meine Mutter und für die Krankheit an sich kann sie ja auch nichts. Aber ich halte das bald nicht mehr aus. Meine Eltern (wenn ich "Eltern" schreibe, meine ich meinen Vater und meine Stiefmutter) legen mir nahe, mich über dieses Thema mit einem Psychologen weiter zu unterhalten und vielleicht werde ich das sogar machen.
Ich weiß, solche selbstmitleidigen Beoträge sind eigentlich eher untypisch für mich, aber das musste einfach mal raus.
bis dann, till
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1 Kommentar:
Es tut mir sehr Leid, dass du mit so etwas auch Erfahrungen machen musstest!
Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sehr das einen mitnimmt [was übrigens nichts, rein GAR NICHTS mit Selbstmitleid zu tun hat!] und in der Vergangenheit mitgenommen hat, wenn man stets enttäuscht wurde und auch immer eine Person mit Stimmungsschwankungen [liege ich da richtig? Das war zumindest bei meiner Mutter der Fall, auch wenn ihre Depressionen nie so schlimm wurden, dass sie in eine Psychatrie musste] vor sich hatte, für die man weder Grund noch Lösung kannte.
Daher würde ich mich deinen Eltern [ich nutze den Begriff übrigens mit der gleichen Bedeutung] anschließen. Es ist schließlich wichtig, darüber zu reden und bei der Reflexion des Ganzen Hilfe zu erhalten, das hat mir auch geholfen.
Egal, ob du dich nun dafür oder dagegen entscheidest, ich wünsche dir die Kraft, das durchzustehen, denn auch wenn es mit dem Älter werden vielleicht einfacher wird, so ist die Verarbeitung immer gleich schwer, ob als Kind oder Greis ist da meiner Einschätzung nach ziemlich gleich. Und je früher man sich damit auseinander setzte, desto weniger Schäden verursacht die ganze Problematik im weiteren Leben [abgesehen von dem, was einen ohnehin schon geprägt hat].
Hoffentlich wirke ich nun nicht zu abgehoben, wenn ich das schreibe, da ich deine Situation noch sehr viel schwieriger einschätze als meine, aber vielleicht kann ich dir mit meinen Erfahrungen ein bisschen helfen.
Alles Gute!
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