Donnerstag, 29. November 2007

Leben und sterben

Heute ist die Schwester meiner Stiefmutter gestorben. Krebs, im Endstadium. Erwartetes Sterben, vielleicht das beste in der Situation, trotzdem komisch. Rita (meine Stiefmutter) ist jetzt auf dem Weg nach Köln, um noch Abschied nehmen zu können.
Ich kann irgendwie nicht wirklich traurig sein, so hart sich das auch anhört. Betroffen, ja, aber nicht wirklich traurig. Denn ist der Tod denn nicht erstrebenswerter, als ein Leben voll von Krebs?
Wenn bald die Beerdigung stattfindet, ist mein kleiner Cousin und ihr Neffe noch nicht Mal ein Jahr alt. Neues kommt, altes geht, so schließt sich der Kreis und wir sind mittendrin.

Rainer Maria Rilke
Der Schwan

Diese Mühsal, durch noch Ungetanes
schwer und wie gebunden hinzugehen,
gleicht dem ungeschaffnen Gang des Schwanes.

Und das Sterben, dieses Nichtmehrfassen
jenes Grunds, auf dem wir täglich stehn,
seinem ängstlichen Sich-Niederlassen - :

in die Wasser, die ihn sanft empfangen
und die sich, wie glücklich und vergangen,
unter ihm zurückziehn, Flut um Flut;
während er unendlich still und sicher
immer mündiger und königlicher
und gelassener zu ziehn geruht.

Keine Kommentare: